Bowspirit Kids Group folgen

Kindertränen in ein Meer der Freude verwandeln

News   •   Aug 08, 2019 12:00 CEST

von Michael Speckenbach, Bowspirit Kids Group

Möglicherweise sind Sie überrascht, eine solche Überschrift in einer Publikation wie dieser zu lesen. Dann darf ich Sie einladen, mich auf einer kleinen Reise zu begleiten, die mit ein paar Fragen beginnt, mit denen mich das Leben konfrontierte: Was geschieht mit einem Kind, wenn es ernsthaft erkrankt und sich langwierigen Therapien unterziehen muss? Was sind die Folgen für die sogenannten "Schattenkinder", wenn ihr Geschwisterkind oder ein Elternteil ernsthaft erkrankt? Was passiert im Leben eines Kindes, wenn Mama oder Papa sterben?

Die einfache und doch so erschreckende Antwort auf diese Fragen ist, dass die Kindheit verloren geht. - Sie ist für immer weg und man kann als Erwachsener nichts dagegen tun. - Oder vielleicht doch …

Wäre es nicht schön, wenn es einen Ort gäbe, an dem kranke und traumatisierte Kinder Erholung finden können? An dem der Ernst der Krankheit und die Sorgen der Familie und Freunde für einige Zeit vergessen werden können? Ein Ort, an dem es nicht darauf ankommt, woher du kommst, sondern an dem es darum geht, wer du bist. Vielleicht ein Schiff, dank dessen du die schlimmen Dinge, die dir passiert sind, an Land lassen kannst?

Etappe 1 - Aus Lübeck für ganz Europa

Viele Wochen und Monate recherchierte ich zu dem Thema, denn ich nahm an, es müsse auf unserem reichen Kontinent entsprechende Leistungen der Sozialsysteme geben. Doch ich fand nicht, wonach ich suchte, denn, so brutal es klingen mag, die Kinder, von denen wir sprechen, haben keine ausreichende Lobby.

Ich bin Jurist und stamme aus der Hafenstadt Lübeck. Ab Mitte der 1990er Jahre war ich zwei Jahrzehnte für und in der Fähr- und RoRo-Branche u.a. als Unternehmensberater tätig. Außerdem habe ich auch Einblicke in das Management von Krankenhäusern gewonnen.

Also warum nicht das, was ich am besten kannte, kombinieren und genau so einen Ort schaffen! Ein schwimmendes Freizeit- und Erholungscamp für kranke und traumatisierte Kinder. - Damit war die Initiative Bowspirit Kids geboren.

Anders als traditionelle hanseatische Stifter denken wir über Grenzen hinweg. Realistisch und in dem Wissen, dass wir zwar nicht die ganze Welt retten, aber gemeinsam zumindest den ernstlich kranken und traumatisierten Kindern in ganz Europa helfen können.

Etappe 2 - Der Bedarf

In der EU erkranken z.B. jedes Jahr circa 13.700 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Und Krebs ist leider nicht die einzige schwere Erkrankung oder der einzige Trauma-Auslöser, den es bei Kindern gibt. Zehntausende kranke Kinder warten Jahr für Jahr auf die Hilfe von uns Erwachsenen, denn auch wenn man es ihnen nicht immer auf den ersten Blick ansieht, ist ihre kleine Welt schlicht und einfach aus den Angeln gehoben …

Kommt das Kind nach der Akutversorgung und als "medizinisch geheilt" entlassen zurück in die Familie, die sich wohlgemerkt monatelang im Ausnahmezustand befand, dann wird dort versucht, schnell zum Alltag zurückzukehren. Es fehlt schlicht und ergreifend bei allen Beteiligten die Kraft, sich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen!

Das Erlebte bleibt beim kranken Kind oder seinen Geschwisterkindern aber weiter “unsortiert” in der Vita. Und es bricht irgendwann im weiteren Leben hervor.

Jeder, der eine ernsthafte Erkrankung selbst oder in seinem unmittelbaren Umfeld erlebt hat, weiß, wie lebensverändernd diese ist und wie viel Assistenz, Fürsorge und Unterstützung nach dem Überleben der Akutphase benötigt wird.

Etappe 3 - Der Einzelne unterschätzt die Kraft der Einzelnen

Die Kinder sollen Frieden mit ihrem Schicksal schließen können. Dafür bedarf es einer liebevollen Zuwendung und Verneigung der Gesellschaft: "Wir hätten das in deinem Alter nicht durchstehen wollen. Daher schenken wir dir deinen Start in eine hoffentlich gesunde Zukunft."

Das Hauptziel der Bowspirit Kids ist es, die bestehende Lücke zu schließen und die Services bereitzustellen, welche die europäischen Sozialsysteme derzeit nicht erbringen können. Dazu ist es jedoch notwendig, dass sich sowohl die Zivilgesellschaft als auch Unternehmen finanziell engagieren. Neben klassischen Spenden können Unternehmen den Bowspirit Kids z.B. mit dem Format "12 mal 12" helfen, indem sie die Initiative zwölf Monate lang mit einer frei gewählten "Zwölf" aus ihrem Tätigkeitsfeld unterstützen, also z.B. 12 Cent für jede in einer Spedition bewegte Europalette, einen Euro für jeden zwölften Gast eines Freizeitbades oder 12 Euro für jedes verkaufte Fahrzeug eines Autohauses.

Es geht in der Summe um einen Betrag, den keiner von uns ohne Lottogewinn oder Erbe im Leben zur Verfügung haben wird. Aber wenn sich die 512 Millionen Einwohner der EU zusammen tun und jeder die Hälfte von dem gibt, was sie oder er entbehren mag für Kinder, die das Leben gefoult hat, dann ist dieses Ziel in Windeseile erreicht.

Natürlich könnten Sie jetzt abwarten, was wohl aus dem Vorhaben wird. Oder Sie warten, bis der Ritter in goldener Rüstung auf seinem schwarzen Ross um die Ecke biegt, eine Kiste voll mit Gold abstellt und glücklich davonreitet. In beiden Varianten wird nichts geschehen und die Kinder werden weiter allein gelassen und leiden.

Etappe 4 - Die wirtschaftliche Relevanz

Zur betrieblichen Relevanz sagt Ingo Kock, Mitglied des Kuratoriums der Initiative: "Durch meine langjährige Tätigkeit mit Auszubildenden, die aus den unterschiedlichsten Kreisen und Nationalitäten zu uns gestoßen sind, kann ich selbst bei diesen im erwachsenen Alter feststellen, dass sie teilweise doch erheblich Probleme - über das Maß der täglichen Probleme hinaus - mit sich herumtragen. Daher muss es unserer Ansatz als Unternehmer sein, diese Seelen so früh wie nur möglich von den Belastungen zu befreien!"

Auch wenn es zum "Spiel des Lebens" sprichwörtlich dazugehört, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat, ist manches Päckchen halt so unförmig, dass es gut ist, wenn mir jemand beizeiten zeigt, wie ich es am besten trage, damit es mich auf meinem weiteren Lebensweg nicht behindert.

Letztlich geht es auch darum, gemeinsam daran zu arbeiten, dass langfristig weniger Jugendliche mit sperrigen Päckchen an den Arbeitsplätzen landen.

Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist zu bedenken, dass ohne ein entsprechendes Angebot wie das Vorhaben der Bowspirit Kids das Erlebte bei den kranken Kindern oder ihren Geschwisterkindern weiter "unsortiert" in der Vita verbleibt.

Studien haben ergeben, dass die direkte Begleitung von seelischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen einen Wirkungsgrad von 1:2,5 bis 1:3,0 hat. Das heißt, je früher wir bei der Einordnung helfen, desto stärker geht das Menschenkind in seine Zukunft.

Anstatt heute einen Euro auszugeben, geben wir aktuell lieber zweieinhalb bis drei Euro in der Zukunft aus, von denen die Unternehmer die Hälfte über die Arbeitgeberanteile an der Sozialversicherung finanzieren. Das allein sollte Ansporn für jeden Unternehmer sein, die Bowspirit Kids aktiv zu unterstützen.

Etappe 5 - Das Schiff

"Wasser ist unser Element", sage ich gern. Evolutionshistorisch kommt alles Leben auf unserem Planeten aus dem Meer. Was liegt da näher, als das Meer zu nutzen, um wieder "heil" zu werden?

Die Anschaffung eines älteren Passagierfährschiffes ist nicht teurer als die Errichtung einer landbasierten Einrichtung in vergleichbarer Größe. Dasselbe gilt für den laufenden Betrieb. Im Ergebnis wird der Pro-Kopf-Aufwand pro Tag nicht höher liegen als für Reha-Maßnahmen an Land.

Aber aus therapeutischen Gründen wollen die Bowspirit Kids gerade nicht stationär sein. Ein Schiff kann nämlich Grenzen überwinden - Grenzen zwischen Ländern, in den Gedanken, zwischen Land und Meer, aber auch zwischen dem Verharren im Trauma und einer friedvollen Seele.

Den potentiellen Gästen des Schiffes soll ein außergewöhnliches Angebot unterbreitet werden, eine Reise, die sie hoffentlich in eine gesunde Zukunft führt und sozusagen eine neue Etappe auf ihrer Lebensreise eröffnet.

Ginge diese Reise hingegen "nur" an eine Küste, wäre da eine Grenze - das Meer. Barrieren und Grenzerfahrungen haben die jungen Gäste hingegen mehr als genug erlebt. Die Bowspirit Kids wollen vermitteln, dass trotz des Erlebten noch (fast) alles möglich ist, wenn die Kinder und Jugendlichen sich wieder selbst zu vertrauen lernen. Und mit ein kleinwenig Hilfe von uns Erwachsenen werden sie das Foul, das ihnen das Schicksal gespielt hat, in ihren weiteren Lebensweg integrieren können.

Wer einmal eine Reha-Klinik von innen gesehen hat, der weiß, dass dies kein Ort ist, um Kind zu sein. Wie der Name schon sagt: Es ist und bleibt eben eine Klinik.

Ein "schwimmendes Kinderzimmer", auf dem man von Bug bis Heck auch Bereiche kennenlernen und aufsuchen darf, die sonst ein Gast nie zu sehen bekommt, ist dann doch etwas ganz anderes.

Die Rückreise nach Hause

Obwohl wir sie nicht ungeschehen machen können, werden die Kinder, wenn sie von einem Hafen abfahren, auch symbolisch ihre schlechten Erfahrungen hinter sich lassen. Nach der Heimkehr können die jungen Gäste ihre Rückkehr in den Alltag aus einer anderen Perspektive betrachten und sich darauf freuen, ihr zukünftiges Leben "aufrechter" zu gestalten. Helfen Sie bitte mit, dass diese Vision wahr wird!

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte www.bowspirit-kids.org.

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Der vorstehende Artikel ist zum honorarfreien Abdruck freigegeben. Um Übersendung eines Belegexemplars wird höflich gebeten.

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Bowspirit Kids - Wir möchten Kindertränen in Freudentränen verwandeln

Die Bowspirit Kids Group wurde im Frühjahr 2018 in Lübeck (Deutschland) gegründet. Unser Aktivitätsschwerpunkt liegt in der Schaffung eines maritimen Freizeit- und Erholungscamps für kranke und traumatisierte Kinder und deren Geschwisterkinder - den sog. "Schattenkindern" -, die Spaß und Abwechslung von der Krankheit erfahren sollen. Hierzu wollen wir uns die Mobilität eines Passagierfährschiffes zunutze machen, um auch außerhalb des Basisortes operieren zu können und so die Bowspirit Kids Group und ihre Arbeit weltweit vorzustellen und weitere Projekte unter dem Leitgedanken "Erholung von der Krankheit" zu initiieren.

Die Gruppe besteht aus zwei Gesellschaften - der Bowspirit Kids gemeinnützige GmbH (www.bowspirit-kids.org) und der kommerziell geführten Bowspirit Management GmbH (www.bowspirit-management.com), welche gesellschaftsrechtlich so miteinander verflochten wurden, dass erwirtschaftete Gewinne nicht an Gesellschafter ausgekehrt werden können, sondern der übergeordneten gemeinnützigen Zielsetzung zugeführt werden.

Die Bowspirit Kids Group beabsichtigt, ihre Aktivitäten nicht allein auf klassische Spenden zu stützen, sondern finanzielle Ressourcen auch durch social events und Businesspatenschaften einzuwerben. Los ging es im vierten Quartal 2018 mit der Aktion "Die größte schwimmende Pinnwand der Welt".

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